Rezensorium • Bücherblog

Definitely not in my name!

Posted in Sonstiges by Mirl on Februar 6, 2010

Heute war ich auf der Kundgebung gegen die “Sicherheits”-Konferenz auf dem Marienplatz in München. Selten habe ich eine so traurige Veranstaltung gesehen. Waren es 1.000? 1.500? Gibt es wirklich so wenige Menschen, die gegen Krieg sind? Und gibt es wirklich so, so wenige, die weder Kommunisten, noch Anarchisten und trotzdem gegen Krieg sind? Ich verstehe, dass man sich nicht wiederfindet in einer Demonstration, in der es vor politischen Fahnen und Zugehörigkeitsbekundungen nur so wimmelt; aber ich bin ein eigener Mensch, ich brauche keine wie auch immer geartete Fahne, um eine Meinung zu dem Ganzen zu haben. Ist es wirklich so unmodern, sich als “normaler” Bürger hinzustellen und zu sagen: unser Land führt Kriege, tötet Menschen mit Waffen, die durch meine Steuern bezahlt wurden, exportiert Waffen an kriegführende und besetzende Länder und es ist mir wichtig einmal zu sagen: Dies alles passiert nicht in meinem Namen? Ich verstehe es nicht.

Schon da war übrigens die Polizei; die Demonstranten sahen dagegen aus wie eine nette Dekoration bei einer Polizei-Party.

Nass und niedergeschlagen habe ich auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn nachgedacht, habe mir versucht klarzumachen, was Krieg wirklich bedeutet. Für mich heißt es, dass ich einmal bei Regen auf eine Kundgebung gehe, die nicht meine ist und ein betroffenes Gesicht mache. Für die Menschen im Kriegsgebiet heißt es dagegen verletzt werden, sterben und andere sterben sehen, es ist echt.

Die Demo dagegen ist nicht echt. Absurd viele Polizisten um absurd wenige Demonstranten, die zwar laut brüllen aber  Krieg und Elend doch nie verhindern können. Und wieviel Geld das alles kostet für nichts und wieder nichts? Warum eigentlich nicht diese Demos absagen? Warum eigentlich nicht eine Vereinbarung mit dem bayerischen Staat treffen: wir machen keine Demo, dafür spendet Ihr die Tausende von Euro, die der Polizeieinsatz kosten würde, für einen friedensfördernden Zweck? Meinetwegen für Amnesty International, für die Lobbyarbeit für Abrüstung, für die Ausbildung von Mediatoren, für ein Institut, das die Menschen über Deutschlands Kriege aufklärt, für Anwälte, die unsere Kriege untersuchen und Politiker anklagen? Das würde doch vielleicht wirklich etwas bewirken! Alle Demonstranten könnten das Geld spenden, das sie für die Fahrkarte zur Demo ausgegeben hätten und für die Herstellung von Fahnen und Transparenten; Normalos hätten dann vielleicht auch mehr Lust mitzumachen. Damit die Welt trotzdem von unserem Protest gegen den Krieg erfährt würde man dann während der “Sicherheits”-Konferenz zur Pressekonferenz einladen und von der getanen Arbeit berichten. Am Ende hätten wir echt etwas erreicht. Vielleicht. Hoffentlich.

In diesem Sinne: Friede sei mit Euch!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.