Jane Austen: Emma
Jane Austens Emma ist ein schönes Buch und genau das Richtige für ein verschneites Weihnachtswochendende. Die Sprache ist anregend, die Geschichte elegant, die Charaktere treffend und bisweilen ironisch überspitzt gezeichnet und zum Schluss erhält der geschätzte Leser ein Happy End. Emma enhält viel Gefühl und leichte Unterhaltung verbunden mit einer gelegentlichen, angehauchten Gesellschaftskritik. Oder lese ich da zuviel hinein? Ohne Zweifel jedoch ein sehr angenehmer Zeitvertreib!
Jane Austen, Emma, 540 Seiten, Anaconda Verlag
Jane Austen: Stolz und Vorurteil
Wie platt einem Jane Austen im Vergleich zu Charlotte oder Anne Brontë erscheint! Dabei ist gegen die Sprache gar nichts einzuwenden, auch ihre Geschichten sind wirklich nett. Aber nicht im geringsten erreichen sie die Tiefe einer Jane Eyre oder Die Herrin von Wildfell Hall. Erwartet man nichts als eine nette Unterhaltung, so ist das vorliegende Stolz und Vorurteil bestimmt trotzdem die richtige Wahl. Obwohl, ganz so stimmt es eigentlich nicht: Es ist durchaus erschreckend, wie leichtfertig – und mit welchem Gefühl der Rechtschaffenheit! – die beiden ältersten Töchter sich von ihrer Familie lossagen, um in eine “bessere” gesellschaftliche Schicht aufzusteigen. So gesehen ist das Buch doch eine aufschlussreiche Wahl und sagt einiges über den menschlichen Charakter. Bitte nicht falsch verstehen, dass das Buch im Vergleich verliert: Es ist sicherlich ein Buch, das zu lesen lohnt und das ich bis zur letzten Seite genossen habe!
Jane Austen, Stolz und Vorurteil, 402 Seiten, Insel Taschenbuch
Anne Brontë: Die Herrin von Wildfell Hall
Die Herrin von Wildfell Hall von Anne Brontë hat mich beeindruckt wie schon lange kein Buch mehr. Satz für Satz entsteht die bedrückende Idee davon, was die Protagonistin Helen von ihrem Ehepartner erleiden musste. Das erstaunlichste ist dabei vielleicht, wie wenig sich Beziehungsprobleme über die Zeit verändert haben! Heute sind die Partner allerdings oft nicht verheiratet oder können sich scheiden lassen, es gibt Gesetze zum Unterhalt und zum Sorgerecht. Es schadet nicht, eine Geschichte über eine unglückliche Ehe ohne diese Sicherheitsnetzte zu lesen, auch wenn manche religiöse Ergüsse gar zu moralisch sind.
Anne Brontë: Die Herrin von Wildfell Hall, Insel Taschenbuch, 654 Seiten
Charlotte Brontë: Jane Eyre
Jane Eyre ist ein absolut wundervolles Buch über die Liebe. Durch seine starke und unkonventionelle Geschichte birgt es auch für den Leser von heute jede Menge Weisheit in sich. Zwei Menschen, die sich lieben und deren Zeit doch noch nicht gekommen ist… Bitte kein übliches “die zwei die sich lieben und harmonisch bis an ihr Lebensende zusammen sind”-Buch erwarten. Es ist ein Buch über die Liebe, über die Beziehung zweier starker Menschen, die sehr verschieden sind. Ein Buch darüber, dass das Leben nicht immer eitel Sonnenschein sein muss und trotzdem in Ordnung ist. Füher oder später jedenfalls. Achtung: Am Besten mit Tee und viel, viel Taschentüchern zu hause einsperren und in einem Rutsch durchlesen. Danach fühlt man sich nicht unbedingt gut, aber man hatte eine Erleuchtung und ist ein Stück weiser geworden. Fazit: Danke, Miss Brontë!

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