Louis Vuitton: Amble
Zuerst war ich ganz begeistert und habe mir die App von Louis Vuitton gleich heruntergeladen. Ein Tool, mit dem ich meinen Stadtspaziergang aufzeichnen kann, mit Fotos oder Videos verlinken… ich habe mir vorgestellt, wie ich in Athen oder Venedig herumschlendere und alles genau aufzeichnen kann, Underground-Galerien, Streetart, Cafés… und mir dann noch 20 Jahre später mit meinem iPhone… wiedersehen… wie das damals war… ja, da war ich auch schon… und das ganze auch noch in gewohnt schickem Layout von LV eben! Heute habe ich es dann erst mal in meiner Heimatstadt ausprobiert. Leider ist es gar nicht so einfach. Erst mal die Eingabe, dann meinen noch nicht fertigen Spaziergang wiederfinden, dann hängt sich das ganze regelmäßig auf, wie kann ich eigentlich Kategorien, die ich einmal eingefügt habe, verändern? Wie kann ich Kommentare nachträglich hinzufügen? Wow. Ich berichte wieder, wenn ich es draufhabe.
Louis Vuitton: Amble, bei im App-Store bei iTunes
Für die Abschaffung des Reflexivpronomens “Welche”
Es gibt nur wenige Worte, welche ich so verabscheue wie welche. Da gibt es eigentlich nur noch Banane, welche ich auch nicht essen mag und hautfarbene Strümpfe, welche in ihrer Widerwärtigkeit nur noch von French Nails an den Zehen getoppt werden können. Welches sich nicht unbedingt ausschließt. Welches wird leider besonders oft von Personen verwendet, welche sich elegant ausdrücken möchten und welche denken, die, der oder das oder wer oder was zu verwenden sei schlechter Stil. Welchen sie um jeden Preis vermeiden möchten. Dadurch gelangen sie in die Welche-Spirale, welche unglücklicherweise immer schlimmer klingt, je mehr welche auftauchen. Gerettet werden können sie nur noch durch einen Welche-Overload, welchen ich gerade herbeizuführen versuche. Geheilt?
Definitely not in my name!
Heute war ich auf der Kundgebung gegen die “Sicherheits”-Konferenz auf dem Marienplatz in München. Selten habe ich eine so traurige Veranstaltung gesehen. Waren es 1.000? 1.500? Gibt es wirklich so wenige Menschen, die gegen Krieg sind? Und gibt es wirklich so, so wenige, die weder Kommunisten, noch Anarchisten und trotzdem gegen Krieg sind? Ich verstehe, dass man sich nicht wiederfindet in einer Demonstration, in der es vor politischen Fahnen und Zugehörigkeitsbekundungen nur so wimmelt; aber ich bin ein eigener Mensch, ich brauche keine wie auch immer geartete Fahne, um eine Meinung zu dem Ganzen zu haben. Ist es wirklich so unmodern, sich als “normaler” Bürger hinzustellen und zu sagen: unser Land führt Kriege, tötet Menschen mit Waffen, die durch meine Steuern bezahlt wurden, exportiert Waffen an kriegführende und besetzende Länder und es ist mir wichtig einmal zu sagen: Dies alles passiert nicht in meinem Namen? Ich verstehe es nicht.
Schon da war übrigens die Polizei; die Demonstranten sahen dagegen aus wie eine nette Dekoration bei einer Polizei-Party.
Nass und niedergeschlagen habe ich auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn nachgedacht, habe mir versucht klarzumachen, was Krieg wirklich bedeutet. Für mich heißt es, dass ich einmal bei Regen auf eine Kundgebung gehe, die nicht meine ist und ein betroffenes Gesicht mache. Für die Menschen im Kriegsgebiet heißt es dagegen verletzt werden, sterben und andere sterben sehen, es ist echt.
Die Demo dagegen ist nicht echt. Absurd viele Polizisten um absurd wenige Demonstranten, die zwar laut brüllen aber Krieg und Elend doch nie verhindern können. Und wieviel Geld das alles kostet für nichts und wieder nichts? Warum eigentlich nicht diese Demos absagen? Warum eigentlich nicht eine Vereinbarung mit dem bayerischen Staat treffen: wir machen keine Demo, dafür spendet Ihr die Tausende von Euro, die der Polizeieinsatz kosten würde, für einen friedensfördernden Zweck? Meinetwegen für Amnesty International, für die Lobbyarbeit für Abrüstung, für die Ausbildung von Mediatoren, für ein Institut, das die Menschen über Deutschlands Kriege aufklärt, für Anwälte, die unsere Kriege untersuchen und Politiker anklagen? Das würde doch vielleicht wirklich etwas bewirken! Alle Demonstranten könnten das Geld spenden, das sie für die Fahrkarte zur Demo ausgegeben hätten und für die Herstellung von Fahnen und Transparenten; Normalos hätten dann vielleicht auch mehr Lust mitzumachen. Damit die Welt trotzdem von unserem Protest gegen den Krieg erfährt würde man dann während der “Sicherheits”-Konferenz zur Pressekonferenz einladen und von der getanen Arbeit berichten. Am Ende hätten wir echt etwas erreicht. Vielleicht. Hoffentlich.
In diesem Sinne: Friede sei mit Euch!





Einen Kommentar schreiben