Douglas Preston/Lincoln Child: Darkness
Gar nicht so leicht, das Buch zu beschreiben. Es ist ein bisschen so wie Indiana Jones als Buch. Oder die Mumie. Ich könnte nicht sagen, dass mich die Sprache besonders gestört hätte. Aber die Geschichte und die Charaktere sind schon ziemlich platt. Special Agent Aloysius Pendergast und sein Mündel (!) Constance Green jagen auf einem hochluxuriösen Kreuzfahrtbrummer einen Mörder und Dieb des Agozyens, inklusive dramatischer Auftritt einer tulpa. Wer wissen möchte, was das ist, muss mit den beiden Protagonisten nach Tibet reisen. Wie ich eigentlich zu solchen Büchern komme? Meine Lesewut zwingt mich dazu, Futter auf diversen Mangelexemplare-Wühltischen zu suchen und dann kommt eben auch mal so was in meine Fänge. Eher schwach.
Douglas Preston/Lincoln Child: Darkness. Wettlauf mit der Zeit, 494 Seiten
Reinhard Rohn: Der Engel Am Ende Der Nacht
Ich habe es gerade eben fertig gelesen und bin noch ganz in der Stimmung gefangen. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber das Buch ist nicht wie die anderen Krimis, die ich sonst oft lese. Vielleicht, weil keine Übersetzung die Feinheiten zerstört? Oder weil die Geschichte so besonders ist? Oder in einem ungewöhnlichen Millieu, dem der klassischen Musik, spielt? Ich weiß es nicht, aber das Buch ist toll. Obwohl es nicht viel Tempo hat, konnte ich es kaum erwarten, weiterzulesen und zu erfahren, was mit den Protagonisten als nächstes geschieht. Ich wundere, leide, ärgere und freue mich mit Nora und mit Georg, deren Leben auch ohne Krimi eine Geschichte wert ist. Unbedingt lesen!
Reinhard Rohn: Der Engel Am Ende Der Nacht, Scherz Verlag, 447 Seiten
William Landay: Jagd Revier
Leider lese ich so viele Bücher, dass ich jedes Mal innerhalb kürzester Zeit vergesse, wie das, das ich gerade fertig habe, heißt, wer es geschrieben hat und um was es geht. Wenigstens kann ich mich meistens noch daran erinnern, ob ich es gut fand oder nicht. William Landays Jagd Revier war mein Buch letzter Woche und ich musste gerade noch einmal auf dem Klappentext nachlesen, wie die Geschichte eigentlich genau war. Aber ich weiß noch, ich fand das Buch richtig gut. Ben Truman, Polizeichief aus einem Provinzkaff, findet die Leiche eines Staatsanwalts aus Boston und macht sich gemeinsam mit einem alten, kauzigen Ermittler auf den Weg in die große Stadt, um das Verbrechen aufzuklären. Mir hat gefallen, dass die Geschichte nicht vorhersehbar ist und immer spannend bleibt. Ben Truman als Person ist gleichzeitig einfach und außergewöhnlich, integer und verloren. So muss ein guter Thriller sein!
William Landay: Jagd Revier, Heyne Verlag, 526 Seiten
Laura Lippman: Das Dritte Mädchen
Eines mal vorneweg: Das Buch ist super. Und das sage ich jetzt trotz der vielen Rechtschreibfehler. Auch habe ich die Vermutung, dass der Titel falsch ist. Ja, ehrlich. Meiner Meinung nach müsste der Titel folgendermaßen lauten: Das Vierte Mädchen. Entweder so oder ich habe jetzt schon zu viel verraten und der Titel will gar nicht so viel sagen, wie ich in ihn hineininterpretiere. Es geht um ein Mädelstrio in der Schule – beim Durchlesen des Klappentextes habe ich auch überlegt, ob das so gut und spannend sein kann; ja, ist es definitiv! – das mitten in einer Schießerei landet und erst mal weiß keiner, warum. Die einzige Schwäche des Buches (außer den Rechtschreibfehlern (zahlreich), Sinnfehlern (einmal wird ein falscher Name genannt und dann noch die Sache mit dem Titel…)) ist die schwache Auflösung. Damit meine ich den Grund der Katastrophe. Bis man aber da ankommt, amüsiert man sich mit einem spannenden und gut geschriebenen Buch. Ich mag es, wie Frau Lippman die Personen zeichnet und ich vertraue ihrer Beschreibung des Lebens von amerikanischen Teenagern. Vielleicht schildert sie es auch eben genau so, wie man sich als mittelalte Person (selber nicht mehr jung genug aber die eventuellen Kinder auch noch nicht so weit) das Leben eines Jugendlichen vorstellen würde, aber ich finde es glaubhaft. Mehr verlange ich nicht. Lesen!
Laura Lippman: Das Dritte Mädchen, rütten & loening Verlag, 392 Seiten
Jilliane Hoffman: Morpheus
Nachdem ich Cupido verschlungen hatte konnte ich erst mal kein Buch mehr von Jilliane Hoffman lesen: zu spannend! Einige Jahre später, also vor kurzem, hatte ich mal wieder etwas Wartezeit am Flughafen zu überbrücken und trieb mich in den Zeitschriften-/Bücher-/Süßigkeitenläden herum. Und dort fiel mir Morpheus ins Auge, die Fortsetzung von Cupido. Ich wusste nicht mehr viel von Cupido, aber noch, dass es so spannend war, dass ich es nicht beim ersten Mal lesen konnte. Und so was richtig spannendes war doch genau das richtige, um auf den letzten Flieger zu warten. Was soll ich sagen: entweder bin ich in den letzten Jahren extrem abgestumpft (was durchaus sein kann) oder Morpheus ist einfach nicht sooo spannend. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch spannend. Schließlich schadet es nie, über kolumbianische Krawatten Bescheid zu wissen… Diesmal geht es um einen Polizistenmörder; und auch die Staatsanwältin C. J., die Cupido hinter Gitter gebracht hat, kommt arg in Bedrängnis.
Jiliane Hoffman: Morpheus, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 400 Seiten
Jilliane Hoffman: Cupido
Würde mich jemand fragen, welches Buch der gruseligste und grausigste Thriller sei, den ich je gelesen hätte, so wäre die Antwort nicht schwer: Cupido von Jilliane Hoffman. Ich habe das Buch nicht beim ersten Versuch lesen können – ich habe es als den ersten Krimi von meiner Mutter geschenkt bekommen (Früher gab es für mich nichts unter Thomas Mann und Siegfried Lenz). Naja! Es hat mich einige Jahre Übung mit Krimis und dann auch Thrillern gebraucht bis ich mich an den zweiten Versuch gewagt habe. Nur so viel: Ein brutaler Vergewaltiger geht um und er trägt eine Maske… Allerhöchste Gruselstufe! Und wie der Kommentar der Saarbrücker Zeitung sagt: “Erst ab dem zweiten Stock zu empfehlen.” Falls diese Voraussetzung besteht (zumindest als Frau!) und auch keine Herzkrankheiten dagegen sprechen – unbedingt lesen.
Jilliane Hoffmann: Cupido, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 477 Seiten
James Patterson: Im Affekt
Im Affekt von James Patterson ist wirklich schlecht. Ich habe mich dabei ertappt, während des Lesens noch mal den Namen es Autors anzuschauen und war erstaunt, dass es ein er ein Mann ist! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Art der melodramatisch-schlechten Sprache eher einer meiner weiblichen Geschlechtsgenossinnen zutraue, wahrscheinlich, weil ich nur zu gut weiß, dass ich selbst dazu neige. Nichts desto Trotz ist James Patterson ein Mann und Im Affekt immer noch ein wirklich schlechtes Buch. Es soll mir zur Warnung dienen, meine Vorurteile im Zaum zu halten und meine falschen Meinungen in Ruhe zu überdenken!
James Patterson, Im Affekt, 332 Seiten, Goldmann Verlag


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